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Sichere und intelligente Versorgung in Vergangenheit und Zukunft

Vom römischen Aquädukt zur zentralen modernen Wasserversorgung

Im Durchschnitt besteht der Mensch zu 70 % aus Wasser – und da der Körper ständig an Wasser verliert, sind die Flüssigkeitszufuhr und somit auch die Trinkwasserversorgung überlebenswichtig. Auch für die Pflanzen- und Tierhaltung ist ausreichende Bewässerung absolut notwendig. Aus diesem Grund beschäftigen sich Wasserbauingenieure seit Jahrtausenden mit der Frage: Wie bringt man das Wasser am besten ans Ziel?

Das Erbe der Antike

Vor und in der Antike errichteten alte Hochkulturen Bauwerke für die Bewässerung. Am bekanntesten sind heute die römischen Aquädukte. Die gewölbten, auf Bogenstellungen geführten Bauten verfügten über mehrere Stockwerke, in denen Wasser aus unterschiedlichen Quellen floss. Der Beginn des Aquädukts war das Quellhaus; das Ende des Laufes bildete das sogenannte „Wasserschloss“. Dort wurde das Wasser von Steinen und grobem Schmutz gereinigt und über Leitungen aus Stein, Holz, Blei oder Leder in die Häuser, Bäder und Gärten transportiert. Da das Wasser stetig weiterfließen musste, wurden die Aquädukte so gebaut, dass sie ein stetiges leichtes Gefälle aufwiesen. Dies wurde durch antike Architekten genauestens ausgemessen und durch Bauarbeiter, die meist Sklaven waren, umgesetzt. Sowohl bei den Römern als auch bei den Griechen war Wasser ein sehr wichtiges Lebensgut. Die Griechen fassten ihre Quellen mit Steinen ein und erklärten sie zu Heiligtümern. Für die Regelung der Wasserzuteilung waren besondere Beamte zuständig. Mit Ende der Antike kam auch das vorläufige Ende des Aquädukts – im Mittelalter wurden kaum noch Wasserleitungen gebaut. 

Der Erfindergeist

Im 14. Jahrhundert, als die Wasserbeschaffung aufgrund der Entwicklung des Handwerks nicht mehr ausreichte, erfanden die Menschen die ersten Pumpen. Am Anfang mussten sie mit großen Anstrengungen von Mensch und Tier bewegt werden, und das Wasser floss spärlich. Dennoch bildeten sie die Grundlage für die späteren leistungsfähigeren Pumpen, die in der Neuzeit von Wind, Dampfmaschinen, Elektromotoren und Turbinen angetrieben wurden. Auch in der modernen Wasserversorgung wird das Wasser mit Hilfe von speziellen Pumpen durch Rohre zu den Haushalten transportiert. 

Plumpsklo – WC

Die Nutzung der Toilette, oder auch Wasserklosett genannt, ist für uns selbstverständlich. Unser „tägliches Geschäft“ wird auf Knopfdruck in die Kanalisation weggespült. Diesen Luxus kannte man früher nicht. 

Der menschliche Unrat wurde einfach in Gräben vor die eigene Haustür geschüttet, in Gruben auf dem Grundstück aufgefangen oder im Fluss entsorgt. Der Nachttopf oder das sogenannte „Plumpsklo“ waren zu dieser Zeit üblich. Einen Kanalanschluss hatten die Wenigsten. Im Zuge des Ausbaus der zentralen Wasserversorgung wurde auch die Kanalisation weiter ausgebaut. Durch einen eigenen Kanalanschluss ist das „eigene Entsorgen“ entfallen. Und erst mit dem Wasserklosett und dem Zug an der Leine, wurde das Geschäft mit Wasser fortgespült. Nicht mehr auf den Nachttopf zu müssen, oder bei Wind und Wet­ter das Plumpsklo irgendwo auf dem Grund­stück aufzusuchen, musste für die Menschen ein einmaliges Erlebnis gewesen sein. 

Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Das Dusch-WC, beheizbare Toilettensitze, beleuchtete Toiletten, die Roboter-Toilette und die Energie-, Vakuum- oder Verbrennungstoilette sind bereits im Gespräch. Eine Toilette muss nicht immer mit Wasser “betrieben” werden. Und wer weiß, was die Zukunft noch bringt? 

Verrechnung nach Grundtagen – Verrechnung nach Verbrauch

Immer zum Jahreswechsel im Briefkasten – die Wasserjahresabrechnung. Hat man weniger verbraucht, wird weniger bezahlt. Grundlage dafür sind Wasserzählerstande. Ausschließlich diese Art der Verrechnung gibt es in Herford seit 1903. 

Vor dem 1. April 1896 erhielten nur wenige Häuser Wasser aus dem städtischen Netz. Erst nach der Inbetriebnahme des ersten zentralen öffentlichen Wasserwerkes bestand die Zahlungspflicht. Zwei Tarife wurden angeboten: Der Verbrauch wurde durch sogenannte Wassermesser erfasst. Der Kubikmeter Wasser kostete anfangs 15 Pfen­nig; für den Wassermesser wurde ein vierteljähr­licher Mietzins von 1 bis 6 Mark gezahlt. Eine andere Abrechnungsmethode war das Abrechnen nach Grundtagen. Hierbei wurde die Grundfläche aller versorg­ten Etagen eines Hauses genommen und pro Quadratmeter wurden 10 Pfennig abgerechnet. 

Der Verbrauch wird auch in Zukunft gemessen werden, doch intelligente Wasserzähler übermitteln die aktuellen Zählerstände per Funk an den Versorger.

Öffentliche Badeanstalten oder Badetage – tägliches Duschen oder Baden

Wer verzich­tet schon gerne auf das wärmende Bad im kal­ten Winter oder auf die erfrischende Dusche im Sommer?  Von diesem von uns täglich genutzten Luxus konnte man früher nur träumen.  

Gebadet wurde nur einmal die Woche. Das erhitze Wasser wurde in eine Wanne geschüttet und dann wurde nacheinander in demselben Wasser gebadet.  

1892 wurde in Herford ein Freibad errichtet. Dort konnte man sonntags und feiertags zwischen 7 und 9 Uhr kostenlos in der Werre baden. Aber das wurde aufgrund der starken Bebauung nicht mehr gewünscht.  Um aber auch "Unbemittelten" eine Möglich­keit zur Reinigung zu geben, beschloss man, ein öffentliches Badehaus zu bauen, damit die Bevölkerung auch im Winter baden kann. Erst durch den Bau des Wasserwerkes konnte man dieses realisieren. Es wurden 7 Badezellen für Männer und 4 Badezellen für Frauen gebaut. Von Mittwoch bis Sonntag konnte man dort zu bestimmten Zeiten für 10 Pfennige pro Bad seinen Reinlichkeiten nachgehen.  

Heute wird das Badezimmer wird immer mehr zu einer Wohlfühloase. Die Duschen werden immer offener und barrierefreier, wassersparende Armaturen inklusive. Auch wird die moderne Technik immer mehr in den Duschen integriert. Morgens die Nachrichten, abends mit Musik entspannen oder die neusten Serien-Highlights auf wasserfesten Geräten unter der Dusche schauen. Das sind nur einige Beispiele, wie das Duschen in der Zukunft aussehen könnte.